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Rückert Friedrich

Es ritt ein Herr, das war sein Recht
Parabel

Es ritt ein Herr, das war sein Recht,
 Zu Fuße ließ er gehn den Knecht:
 Er reitet über Stock und Stein,
 Daß kaum der Knecht kann hinterdrein.
 Der Treue schleppt sich hinterher
 Dem leichten Ritt und fürchtet sehr,
 Zu Falle komm' er schwer.

"Herr ! Herr!" erschallt des Knechtes Ruf,
 "Ein Nagel ging Euch los vom Huf;
 Und schlagt Ihr nicht den Nagel ein,
 So wird der Huf verloren sein." -
 "Ei ! Nagel hin und Nagel her!
 Der Huf hat ja der Nägel mehr
 Und hält noch ohngefähr."

Und wieder schallt des Knechtes Ruf:
 "Herr! losgegangen ist ein Huf;
 Und schlagt Ihr nicht das Eisen an,
 So ist es um das Roß getan." -
 "Hufeisen hin, Hufeisen her!
 Das Rößlein hat Hufeisen mehr
 Und geht noch wie vorher."

Und eh' der dritte Ruf erschallt
 Da ist er an den Stein geprallt;
 Das Rößlein liegt und steht nicht auf,
 Geendet ist des Herren Lauf.
 Er spricht nicht mehr: "Roß hin, Roß her!"
 Er rafft sich auf und schreitet schwer
 Mit seinem Knecht einher.